Immobilienmarkt in Deutschland gespalten

Der Markt für gewerbliche Immobilien in der Bundesrepublik ist nach Einschätzung von Experten so uneinheitlich wie seit langem nicht mehr, wobei insbesondere ein Auseinanderklaffen der Entwicklung zwischen verschiedenen Regionen unübersehbar ist. An dem auch aus dem Markt für wohnwirtschaftlich genutzte Objekte Gefälle zwischen Nord und Süd auf der einen sowie Ost und West auf der anderen Seite hat sich in den letzten 10 Jahren wenig geändert. So sind nicht nur die Mieten in den Ballungszentren des Südens, namentlich München, Stuttgart und Frankfurt am Main deutlich höher als die in der Hauptstadt Berlin oder in Leipzig, Dresden und Cottbus. Auch die Bautätigkeit spiegelt den langfristigen Trend wider: Während in München derzeit neue Pläne für die Erweiterung des Gewerbegebietes im Osten der Stadt geschmiedet werden, wächst in den neuen Bundesländern der Leerstand.

Der Markt für gewerblich genutzte Immobilien ist stark abhängig von der gesamten wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklung einer Region. Die Dynamik in der Republik ist dabei wenig gerecht verteilt: Während das Rhein-Main-Gebiet zu den am stärksten florierenden Gebieten Europas gehört, sind in Teilen Ostdeutschlands, des Ruhrgebiets sowie in Bremen und Niedersachsen Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Flaute prägend für das Gesamtbild.
Der deutsche Markt leidet insgesamt noch immer unter dem Bauboom zu Beginn des Jahrhunderts, der in Folge des New-Economy-Hypes zu einer signifikanten Ausweitung von Büroflächen führte. Weiterhin stellt die Abwanderung vieler industrieller Betriebe ins Ausland ein Problem dar; in ländlichen Regionen können derlei Ereignisse zu einem Schock des Marktes führen und diesen zum Zusammenbruch treiben.

In einigen Gebieten jedoch steigen die Mieten jüngst wieder an: Die benannten Ballungszentren verzeichnen aufgrund der starken konjunkturellen Entwicklung in den vergangenen Jahren wieder einen wachsenden Bedarf an Gewerbeflächen. Auffällig ist, dass die teuersten Gebiete sich des größten Zulaufs erfreuen, obwohl der Nutzen für die Unternehmen nicht immer messbar ist: Die Kaufingerstraße in München kennt Leerstand ebenso wenig wie der Alte Römer in Frankfurt.

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