Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Diese Frage stellt sich so mancher hart arbeitende Bürger, der trotz regelmäßigen Überstunden gerade seine Familie über die Runden bringen und trotzdem keine größeren Anschaffungen tätigen kann.
Manche können dies aber doch und das zürnt dann die besagte Person erst recht, gerade in Österreich, wo so gerne von einer Neidgesellschaft gesprochen wird.
Man ist also lieber auf den Nachbarn neidisch, als sich über die eigenen Möglichkeiten zu informieren.
Dabei ist es auch für „Wenigverdiener“ ganz einfach, öfter mal eine kleine Investition zu tätigen.
Eine nette Variante, die vor allem viele weniger etablierte Banken anbieten, ist es, wenn man sowieso ein Sparbuch oder eine Anlage mit Festgeld hat, gleich darüber einen Kredit zu beziehen.
Für das Kreditinstitut, also die Bank, ist das Ganze eine recht sichere Sache. Da das zuvor angelegte Sparkonto gleich als Sicherheit für den Kredit genutzt wird und sie so, der Kredit wird kaum den Wert des Gesparten überschreiten, eigentlich keinen Verlust machen kann, ist es ihr möglich dem Kunden günstige Konditionen zu verschaffen. Dass die Bank als Kreditgeberin aber trotzdem nicht zu wenig an dem Darlehen verdient, steuert sie über die Zinsen, der günstige Kredit ist also auch hier kein Akt von Großzügigkeit.
Allerdings bieten viele Banken dazu die Möglichkeit, die Kreditzinsen auf die Festgeldzinsen, manche auch auf Sparzinsen, anzurechnen, weswegen solche kurzfristigen Darlehen dann oft nicht einmal Ausgaben, sondern nur verminderte Zinseinnahmen für den Sparer bedeuten.
Freilich schönt dies nur das Bild, dass man eigentlich trotzdem ganz normal für den Kredit zahlt, aber allein die Konditionen, die die Bank dann bietet, können schon eine wesentliche Ersparnis gegenüber einem Darlehen von einem fremden Institut darstellen.
Das Ganze kann man dann wohl unter Treuebonus oder Kundenbindung einordnen.
Dem Verbraucher wird es jedenfalls nur recht sein.
Abgelegt unter: Anlageformen